Sitzung

65 - Preissitzung
Poster session
16. Mai 2019, 13:45 - 15:15, Sopra 3, 4. OG

Abstract

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Totale Exzision bei High grade AIN – hoher onkologischer Erfolg bei guter Funktionalität
S. Bock1, C. Maurus2, S. Bischofberger1, S. Baumeler1, L. Marti1, Presenter: S. Bock1 (1St. Gallen, 2Sion)

Ziel
Weltweit ist eine starke Zunahme des Analkarzinoms und der damit assoziierten Krebsvorstufen (AIN, Anale Intraepitheliale Neoplasie) zu beobachten. Die optimale Therapie bezüglich der AIN ist Gegenstand aktueller Forschung. Wir behandeln seit mehreren Jahren diese Patienten in einer spezialisierten AIN-Sprechstunde. Diese Arbeit gibt einen Überblick über unsere Ergebnisse mit Fokus auf die operative Therapie der AIN.
Methoden
Retrospektiv wurden alle wegen AIN behandelten Patienten aus der elektronischen Dokumentation herausgesucht und bezüglich der Verläufe ausgewertet. Prinzipiell wurde allen Patienten mit bioptisch gesicherter high grade AIN die totale Exzision, ggf. mit plastischer Deckung (VY-Flap) empfohlen. Einige Patienten lehnen diesen Eingriff aus persönlichen Gründen ab; in diesem Fall wird jeweils eine individuelle Lösung gesucht. Low grade AIN werden nicht exzidiert, sondern topisch behandelt oder beobachtet.
Resultate
Bei 38 Patienten wurde in den letzten 5,5 Jahren eine AIN diagnostiziert (Follow-up 1 Monat bis 5,5 Jahre, Median 25 Monate). Bei 16 Patienten konnte eine high grade AIN in toto reseziert werden; in keinem kam es zu einem Rezidiv (Follow-up 1 Monat bis fünf Jahre, Median 28 Monate). Bei 9 Patienten war, meist auf Patientenwunsch, keine komplette Exzision möglich; in dieser Gruppe gab es drei Rezidive einer high grade AIN (33%). Bei einem Patienten mit high grade AIN in der Biopsie zeigte sich in der Exzision ein Carcinom, welches eine radiotherapiert wurde. Fünf Patienten mit einer low grade AIN wurden nicht exzidiert. Zwei Patienten lehnten jegliche Therapie ab, fünf Operationen sind noch ausstehend. Alle Patienten mit Exzision ohne plastische Deckung zeigen keine Änderung der analen Funktionalität. Die Patienten mit VY-Flap (N=7) berichten alle über eine gute bzw. zufriedenstellende Funktionalität (Wexner 12 Monate postoperativ median 2).
Schlussfolgerung
Die totale Exzision von high grade AIN ist eine Therapieoption mit einer sehr niedrigen Rezidivrate, bei uns aktuell 0% nach median zweieinhalb Jahren. Die anale Funktionalität wird meist nicht wesentlich beeinflusst. Einschränkungen ergeben sich evtl. durch patientenspezifische Faktoren wie sexuelle Präferenz oder Begleiterkrankungen. Ob sich die guten Ergebnisse im Langzeitverlauf bestätigen, bleibt abzuwarten. Vergleichsuntersuchungen zu weniger invasiven Verfahren wie Laserablation fehlen und sind anzustreben.
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