Sitzung

65 - Preissitzung
Poster session
16. Mai 2019, 13:45 - 15:15, Sopra 3, 4. OG

Abstract

4
Too late to prevent fistula
H. Birsner, A. Imhof, S. Kees, Presenter: H. Birsner (Schaffhausen)

Ziel
Den aktuellen Guidelines folgend, stellen wir in den letzten Jahren die Indikation für eine Rektosigmoidsresektion nach akuter Divertikulitis weniger häufig fest. An unserem Krankengut gewinnen wir den Eindruck, dass parallel zu dieser Entwicklung die Zahl der hochkomplikativen Divertikulitiden, welche sich mit kolokutanen, kolovesikalen oder kolovaginalen Fisteln, aber auch im akuten Ileus manifestieren, steigt. Wir fragen uns daher, ob allenfalls die restriktivere Operationsindikation für die Zunahme dieser komplexen Krankheitsverläufe mitverantwortlich sein könnte.
Methoden
Wir selektieren über den Zeitraum von Januar 2015 bis Dezember 2018 retrospektiv alle Patienten aus unserer Datenbank, welche aufgrund einer akuten Divertikulitis in unserem Spital hospitalisiert waren und errechnen den Prozentsatz derjenigen Patienten, welche sich mit einer Fistel auf dem Boden der chronischen Divertikulitis vorstellen.
Resultate
Es wurden insgesamt 392 Patienten mit einer akuten Divertikulitis des Colon hospitalisiert. 271 (69.1%) Patienten bekommen eine konservative Therapie, die übrigen 121(30.8%) Patienten eine operative Therapie. Von diesen werden 82 (67.7%) einer elektiven Rektosigmoidresektion unterzogen, 39 Patienten (32.2%) müssen notfallmässig operiert werden. 15 Patienten (3.7 %, 38.5% der notfallmässig operierten Patienten) zeigten bei Eintritt eine Fistel: 9 (2.2%, 23.1%) kolovesikale Fisteln, 2 (0.5%, 5.1%) kolovaginale Fisteln, und 4(0.1%, 10.3%) kolokutane Fisteln. Durchschnittsalter: 70Jahren ; m (9) > w (6). Bei 10 Patienten (66.6%) war die Divertikulose bereits bekannt. Die Dauer der Beschwerden bis zur notfallmässigen Hospitalisation liegt bei ca. 2 Jahren. In der Literatur finden wir vergleichbare Zahlen bezüglich der Therapieformen. Allerdings finden sich in der Literatur nur wenige Angaben über Epidemiologie der divertikulitisbedingten Kolonfisteln. Eine Studie berichtet eine Fistelrate von 14%, allerdings am gesamten Krankengut der operativ therapierten Patienten.
Schlussfolgerung
Die hohe Rate der notfallmässig mit Fisteln auf dem Boden einer Kolondivertikulitis eintretenden Patienten erscheint uns sehr hoch. Obwohl die Datenlage spärlich ist, könnte es sein, dass eine wohlüberlegte, etwas grosszügigere Indikationsstellung für die Rektosigmoidresektion nach mehrfach abgelaufenen, akuten Divertikulitiden die Rate dieser hochkomplizierten chronischen Divertikulitiden senken könnte.
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